Vom Umgang mit der Angst

Da stehst du nun am Fenster und das Auto kommt einfach nicht. Er sollte schon seit über einer halben Stunde da sein. Hat er dich vergessen? Gab es einen Unfall? Dauert es auf der Arbeit länger? Oh Gott, es wird ihm doch nichts passiert sein? 

Die Angst hat dich voll im Griff. Dir ist schwindelig und deine Stimme versagt… Du greifst zum Telefon. Mailbox…

Wie es weitergeht, kannst du dir selbst vorstellen. Angst ist ein sehr starkes Gefühl und allzu oft unterliegen wir ihrer Macht. Das muss so aber nicht sein und mit Achtsamkeit und Training kannst dein persönliches Geschenk hinter deiner Angst entdecken. 

Angst – Definition 

Angst ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und lustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein.

Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als Angststörung bezeichnet. (Wikipedia 2021)

 Von welcher Angst rede ich? 

Denn die Angst ist ein breites Feld. In meiner Arbeit als Sozialarbeiterin begegne ich dem Thema auf der klinischen Seite. Da bewege ich mich im Bereich psychischen Erkrankungen mit diversen Angststörungen. Darum geht es hier explizit NICHT. Wenn du dich in diesem Bereich siehst, gehe bitte dringend zu einem Arzt deines Vertrauens und hol die ärztliche Hilfe. Lass nicht zu, dass die Ängste dich und dein Leben bestimmen. 

Als Coach begegne, ich auch Ängsten. Um genau diese soll es hier gehen. Es geht um die “alltäglichen Ängste”. Die einem aber eine Menge Arbeit bereiten können und vor allem der Anfang sein können in ein tieferes Verhaltensmuster oder sogar eine Angststörung. Es gibt diverse Ängste. Aber diese beginnen im Kopf. Immer. 

Angst entsteht im Kopf

Es kommt immer darauf an, WIE du eine Situation bewertest:

Beispiele für die Bewertung von Situationen:

  • Positive Bewertung: Du siehst ein Flugzeug: Yeah, ab in den Urlaub. Der Sonne hinterher. 
  • Neutrale Bewertung: Du siehst ein Polizist: Da steht ein Polizist. 
  • Negative Bewertung: Mein Partner ist noch nicht daheim: Ist ihm was passiert? Was ist wenn…?

Bleibst du jetzt im Gedankenkarussell stehst du vermutlich am Fenster bis er heimkommt. Bist du dir dessen bewusst kannst du sagen, er wird im Stau stehen ich mache einfach meine Sachen bis er kommt. Und schwupp geht die Türe auf. Wenn du in der Spirale drinnen bleibst wird es Gefühlt ewig dauern bis er endlich kommt und du bist emotional auf 180… Völlig ohne Grund. Das ist die Macht, deiner Gedanken. Die Macht deines Gehirns. Denn alles, was du empfindest, beginnt in deinem Hirn und damit kannst du arbeiten. 

Aber auch hier nimm wahr: Dich abzulenken und andere Dinge zu tun, sodass die Zeit vorübergeht ohne das du dich verrückt machst ist eine Bewältigungsstrategie. Es ist sehr gut, wenn du eine hast und sie nutzen kannst. Aber aufpassen: Alkohol ist keine positiven Bewältigungsstrategien. Hier also achtsam sein. Und überlege, ob du mit der Zeit tiefer hinschauen möchtest. Wo kommt die Angst her, das meinem Partner was passiert? Gibt es eine tiefere Ursache? Kannst du diese verarbeiten? Und welches Geschenk liegt dahinter? Kannst du es sehen? Auch hier gibt es viele Möglichkeiten.

Dein Partner bedeutet dir sehr viel, du willst ihn nicht verlieren.

oder

Du hast Angst alleine zu sein.

oder

Du hast viel zu viele Nachrichten und Meldungen sowie Filme über verlorene Menschen geschaut und dein Hirn spielt dir einen Streich. Diese Liste kann man noch viel weiter ausführen. Es ist eben sehr individuell. 

Mit diesen Fragen kannst du dich selbst weiter und tiefer kennenlernen. Es braucht aber nicht immer ein Warum. Manche Dinge sind, weil sie sind und nicht deshalb und weil. 

Durch die Angst ins Glück

Die Angst ist nicht dein Feind

Angst rettet leben. Hat sie immer schon. Sie ermöglichte es Millionen Vorfahren Gefahren zu erkennen und genug Kraft zu haben sich zu wehren oder zu fliehen. Heutzutage dürfen wir einfach merken, dass viele Situationen keine Flucht erfordern. Im Gegenteil. Ich glaube, da wo unsere Angst liegt ist gleichzeitig auch ganz viel potenzial. Potenzial dich kennenzulernen und daran zu Wachsen und so mehr und mehr zu dir selbst zu werden. Die Angst entsteht in deinem Gehirn. Zum einen kannst es also selbst entscheiden und zum anderen kannst du schauen, WOHER die Angst kommt und wohin sie dich führen will. Sie bietet endlose Möglichkeiten, um daran zu wachsen. 

Durch die Angst ins Glück. 

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